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Verbundwerkstoff sowie Verfahren und Verwendung hierzu

Verbundwerkstoff in Form von Textilbeton oder Carbonbeton sind allgemein bekannt. Insbesondere sind derartige Verbundwerkstoffe als Fertig-Verbundwerkstoffe in Sandwichbauweise als Textilbeton- der Carbonbeton-Platten bekannt. Dabei werden eine Betonschicht und mindestens eine die Betonschicht verstärkende Gelegeschicht, insbesondere auch eine Carbongelegeschicht vorgesehen. Derartige Verbundwerkstoffe weisen eine optimierte Zug-Druck-Belastungs-Widerstandsfähigkeit aus. Allerdings sind diese Verbundwerkstoffe nur gering Schlagfest.

 Es wird ein Verbundwerkstoff, ein Verfahren und eine Verwendung hierzu zu beschrieben, bei welchem zumindest die Schlagfestigkeit derartiger sprödharter Verbundwerkstoffe verbessert ist.

 Der Gegenstand der Erfindung betrifft einen Verbundwerkstoff (100), insbesondere ein eine Bewehrung aufweisender Beton- oder Basaltverbundwerkstoff, umfassend Basalt oder Beton als Hauptbestandteil und ein technisches Gestrick (130) als Bewehrung, wobei das technische Gestrick (130) als dreidimensional strukturiere Bewehrung in und/oder an dem Hauptbestandteil ausgebildet ist. Weiter betrifft der Gegenstand der Erfindung ein Verfahren und eine Verwendung hierzu.

 Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass bei einem Verbundwerkstoff, insbesondere ein eine Bewehrung aufweisender Beton- oder Basaltverbundwerkstoff, umfassend Basalt oder Beton als Hauptbestandteil und ein technisches Gestrick als Bewehrung, vorgesehen ist, dass das technische Gestrick als dreidimensional strukturiere Bewehrung in und/oder an dem Hauptbestandteil ausgebildet ist.

 In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das technische Gestrick als Carbon- und/oder Kohlefasergestrick ausgebildet ist, welches mittels Zusatz eines Fixiermittels wie Thermoplast und/oder Duroplast in einer dreidimensionalen Struktur fixiert ist.

 Noch eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass das fixierte, dreidimensional strukturiere Carbon- oder Kohlefasergestrick ein tiefgezogenes Gestrick ist.

 Zudem ist in einer Ausführungsform vorgesehen, dass der Verbundwerkstoff weiter ein Gelege, insbesondere ein im Wesentlichen zweidimensionales Gelege an und/oder in dem Verbundwerkstoff umfasst.

 Auch sieht eine Ausführungsform vor, dass der Verbundwerkstoff als Fertig-Verbundwerkstoff in Sandwich-Bauweise mit mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien ausgebildet ist, wobei eine Schicht durch den bewehrten Hauptbestandteil – vorzugsweise Beton oder Basalt -- gebildet ist und mindestens eine Schicht durch das Gelege gebildet ist.

 Auch schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Verfahren zur Herstellung eines Verbundwerkstoffs, insbesondere eines eine Bewehrung aufweisenden Beton- oder Basaltverbundwerkstoffs, die Schritte umfasst sind: Bereitstellen von Basalt oder Beton als Hauptbestandteil, Bereitstellen von einem technischen Gestrick als Bewehrung, Bewehren des Hauptbestandteils – vorzugsweise Beton oder Basalt --  mit der Bewehrung, sodass ein bewehrter Hauptbestandteil – vorzugsweise Beton oder Basalt -- bereitgestellt wird, wobei das technische Gestrick als dreidimensional strukturiere Bewehrung bereitgestellt und in und/oder an dem Hauptbestandteil vorgesehen wird.

 In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das technische Gestrick als Carbon- und/oder Kohlefasergestrick ausgebildet wird, welches mittels Zusatz eines Fixiermittels wie Thermoplast und/oder Duroplast in einer dreidimensionalen Struktur fixiert wird.

 Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass das fixierte, dreidimensional strukturiere Carbon- oder Kohlefasergestrick als ein tiefgezogenes Gestrick bereitgestellt wird.

 Noch eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass in und/oder an dem Verbundwerkstoff weiter ein Gelege, insbesondere ein im Wesentlichen zweidimensionales Gelege vorgesehen wird.

 Auch sieht eine Ausführungsform vor, dass der Verbundwerkstoff als Fertig-Verbundwerkstoff in Sandwich-Bauweise mit mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien ausgebildet wird, wobei eine Schicht durch den bewehrten Hauptbestandteil – vorzugsweise Beton oder Basalt -- gebildet wird und mindestens eine Schicht durch das Gelege gebildet wird.

 Weiter schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass eine Verwendung eines dreidimensional strukturierten technischen Kohlefaser-Gestricks als Bewehrung in einem Betonbaustoff oder in einem Basaltbaustoff, insbesondere in einem Textilbeton, Carbonbeton, Textilbasaltbaustoff und/oder Carbonbasaltbaustoff vorgesehen ist.

 Der Verbundwerkstoff umfasst einen Hauptbestandteil und eine in und/oder an dem Hauptbestandteil vorgesehen Bewehrung. Als Hauptbestandteil ist beispielsweise Beton ein Basaltbaustoff oder eine andere Gesteinskörnung vorgesehen. Vorzugsweise wird als Hauptbestandteil Basalt oder Beton verwendet. Derartige Hauptbestandteile sind für eine Druckbelastung optimiert. Um auch anderen Belastungen, beispielsweise Zugbelastungen, standzuhalten, ist eine Bewehrung vorgesehen. Die Bewehrung ist vorzugsweise als Faser- und/oder Textilbewehrung ausgebildet. Erfindungsgemäß ist als Bewehrung ein technisches Gestrick vorgesehen. Dabei weist das technische Gestrick eine dreidimensionale Form auf, sodass die Bewehrung in dem Hauptbestandteil aufgenommen werden kann. Das technische Gestrick weist vorzugsweise eine geeignete Maschenweite auf, die an die verwendete Körnung des Hauptbestandteils angepasst ist. Dabei ist die Maschengröße vorzugsweise derart ausgebildet, dass zumindest ein Teil des Hauptbestandteils in die dreidimensionale Struktur der Bewehrung eindringen kann, ohne aber, dass der Hauptbestandteil durch die dreidimensionale Struktur hindurch fließt. Vorzugsweise weist der Hauptbestandteile Körner mit einer Körnergröße auf, die durch die Maschen hindurch gelangen können und Körner mit einer Körnergröße, die nicht durch die Maschen hindurch gelangen können. Die Maschengröße liegt somit zwischen der kleinsten Körnergröße des Hauptbestandteils und der größten Körnergröße des Hauptbestandteils. In einer anderen Ausführungsform, bei der der Hauptbestandteil die dreidimensionale Struktur des technischen Gestricks hauptsächlich umfließt oder umgibt, ist die Maschengröße beliebig wählbar.

Das technische Gestrick kann als Rundgestrick mit einer rohrförmigen oder zylindrischen dreidimensionalen Struktur ausgebildet sein. Weiter kann das technische Gestrick auch flächig ausgebildet sein und mittels geeigneter Formverfahren in eine dreidimensionale Struktur gebracht werden. Beispielsweise kann das Gestrick wellenförmig als Wellplatte ausgebildet sein. Andere Formen sind denkbar. In einer Ausführungsform wird das technische Gestrick als Rundgestrick ausgebildet und dieses zu einem Torus aufgewickelt, sodass eine erste dreidimensionale Struktur entsteht. In einer anderen Ausführungsform wird ein Rundgestrick oder ein Torus zusammengepresst, um eine plattenförmiges, zweidimensionales Gestrick zu erhalten. Unter zweidimensionale wird eine Struktur verstanden, deren Abmaße in zwei Koordinatenrichtung wesentlich größer sind, als in die dritte Koordinatenrichtung, somit platten- oder scheibenförmige Körper. Im Unterschied dazu ist unter einer dreidimensionalen Struktur eine Struktur zu verstehen, die auch eine nicht unwesentliche Erstreckung in die dritte Koordinatenrichtung aufweist, beispielsweise gewellte oder anders geformte Platten oder Scheiben, Rohre, Zylinder etc. Um in einem zwischenschritt zunächst eine zweidimensionale Struktur zu erzielen, wird das Rundgestrick beispielsweise zu einer Scheibe oder Platte verpresst. In einem weiteren Schritt wird die zweidimensionale Struktur des Gestricks in eine dreidimensionale Struktur geformt.

 Das technische Gestrick ist vorzugsweise als Carbon- und/oder Kohlefasergestrick ausgebildet. Hierbei wird ein Carbon- und/oder Kohlefaserfaden zu einer Maschenware verstrickt, beispielsweise mittels Rundstricken. Um ein stabile dreidimensionale Struktur des Kohlefasergestricks zu bewirken, wird ein Fixiermittel vorgesehen. Das Fixiermittel kann mit dem Kohlefaserfaden direkt verstrickt werden. In einer anderen Ausführungsform wird das Fixiermittel nach Fertigstellung des Gestricks, beispielsweise als zylindrisches oder rohrförmiges Rundgestrick oder als zweidimensional strukturiertes Rundgestrick – als Platte oder Scheibe – hinzugefügt. Die Fixierung erfolgt in diesem Fall vor Formen der dreidimensionalen Struktur. Als Fixiermittel kann jedes geeignete Fixiermittel vorgesehen werden. Vorzugsweise wird als Fixiermittel ein Thermoplast und/oder ein Duroplast vorgesehen. Harz, insbesondere Epoxidharz ist beispielsweise ein geeigneter Werkstoff. Das Fixiermittel liegt in einer Ausführungsform als Faden vor, der mit dem Kohlefaserfaden verstrickt wird. Der Anteil des Fixiermittelfadens im Verhältnis zu dem Kohlefaserfaden kann über die Zuführgeschwindigkeit, die Anzahl der zugeführten Fäden und/oder der zugeführten Menge (Dicke des Fadens) eingestellt werden. Nach Herstellen des technischen Gestricks mit Fixiermittel wird dieses ausgehärtet, insbesondere mittels Temperieren. Hierbei wird zum Beispiel das Gestrick mit dem eingestrickten Fixiermittel-Faden erhitzt, sodass der Faden schmilzt und danach abgekühlt, sodass der geschmolzene Faden, der sich durch das Schmelzen geeignet verteilt hat, beim Abkühlen erhärtet. Andere Aushärteverfahren können verwendet werden. Bei Ausführung als rohrförmiges Rundgestrick ist bereits die dreidimensionale Form vorhanden. Bei Ausführung als zweidimensionales Gestrick muss nach dem Fixieren – dem Aushärten – die dreidimensionale Struktur eingebracht werden. Das Einbringen der dreidimensionalen Struktur in das ausgehärtete bzw. fixierte Gestrick wird vorzugsweise mittels Tiefziehen realisiert, insbesondere mit Tiefziehen unter Hitzeeinwirkung. Andere Formverfahren sind möglich. So lässt sich das flächige Gestrick auch drapieren, um beispielsweise eine Wellenform als dreidimensionale Struktur zu erzeugen.

 Mittels eines technischen Gestricks, insbesondere aufgrund der durchgehenden Fadenstruktur, lässt sich zumindest eine Schlagfestigkeit des Verbundwerkstoffs erhöhen. Der Verbundwerkstoff kann zur weiteren Verbesserung seiner Festigkeitswerte weitere Zusätze aufweisen. So ist in einer Ausführungsform ein Gelege vorgesehen, welches insbesondere bei Biege- und/oder Zugbelastung die Festigkeitswerde verbessert. Bei einem Gelege handelt es sich um ein zweidimensional strukturiertes Element. Dabei kann das Gelege aus unterschiedlichen Materialien hergestellt werden. In einer Ausführungsform ist das Gelege als Kohlestoff-Gelege mit entsprechend mehreren Fäden aus Kohlestofffaser ausgebildet.

 In einer Ausführungsform ist der Verbundwerkstoff als Fertig-Verbundwerkstoff, beispielsweise als Platte oder Scheibe ausgebildet. Der Verbundwerkstoff ist hierbei in Sandwich-Bauweise ausgeführt, wobei der bewehrte Hauptbestandteil eine Schicht bildet und das Gelege eine weitere Schicht bildet. Mehrere Schichten können vorgesehen sein. Vorzugsweise wechseln sich unterschiedliche Schichten ab. In einer Ausführungsform ist eine Schicht als Beton, insbesondere als bewehrter Beton ausgebildet. An jeder Seite weist die Schicht angrenzend ein Gelege als weitere Schicht auf. Die bewehrte Betonschicht ist vorzugsweise mittels eines technischen Gestricks gemäß hier erfolgter Beschreibung ausgebildet. An die Schichten aus Gelege kann sich dann eine Schicht aus beliebigen anderen Materialen, die für einen Verbund geeignet sind, anschließen. Beispielsweise kann eine andere Schicht aus unbewehrtem Beton oder aus Beton mit einer unterschiedlichen Bewehrung ausgebildet sein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die weitere Schicht als Beton mit der erfindungsgemäßen Bewehrung vorgesehen.

 Insbesondere ist vorgesehen, dass ein technisches Gestrick als Bewehrung für Beton oder Basaltbaustoffe vorgesehen ist. Insbesondere ist ein technisches Carbon- und/oder Kohlefasergestrick, also ein technisches Gestrick aus mindestens einem Kohlefaserfaden, als Bewehrung für Beton oder Basaltbaustoffe vorgesehen. Bevorzugt ist die Verwendung eines dreidimensional strukturierten Kohlefaser-Gestricks als Bewehrung für einen Beton- oder Basaltbaustoff, allgemein einem Baustoff mit Hauptbestandteil Gesteinskörnung, genauer mit einem Beton- oder Basalt-Hauptbestandteil, vorgesehen. Das Kohlefaser-Gestrick ist dabei als verfestigtes Kohlefaser-Gestrick ausgebildet, sodass die dreidimensionale Struktur dauerhaft fixiert ist. Vorzugsweise ist die Verwendung eines dreidimensional strukturierten technischen Kohlefaser-Gestricks als Bewehrung in einem Textilbeton, einem Carbonbeton, einem Textilbasaltbaustoff, einem Carbonbasaltbaustoff, insbesondere bei Ausführung als Fertig-Verbundwerkstoff vorgesehen.

 Das Gestrick kann mittels Erzeugen eines als Maschenware ausgebildeten Rundgestricks aus mindestens einem Kohlefaserfaden erzeugt werden, wobei das erzeugte Rundgestrick axial mittels Umstülpen zu einem Ring oder Torus aufgerollt wird und anschließend zu einer Ringscheibe verpresst wird. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass bei dem Umstülpen und Aufrollen der jeweils äußere Rand nach außen entlang des Rundgestricks aufgerollt wird. Das zu einer Scheibe oder Platte verpresste Gestrick wird dann verfestigt und anschließend dreidimensional strukturiert. Das Verfestigen erfolgt vorzugsweise mittels eines geeigneten Fixiermittels wir durch Einbetten des Gestricks in ein Harz oder dergleichen und/oder eine Temperaturbehandlung.

 Zuerst wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein technisches Gestrick hergestellt, das beispielsweise als Bahn oder Schlauch aus mehreren in eine Längsrichtung verbundenen Maschenreihen ausgebildet ist, sodass eine sich in Längsrichtung erstreckende Bahn oder ein Schlauch gebildet ist. In dem Schlauch werden in einer Ausführungsform Ausnehmungen wie Bohrungen und dergleichen eingebracht. Bevorzugt sind keine Ausnehmungen vorhanden. Der Schlauch oder allgemeiner das als Maschenware ausgebildete Gestrick oder Rundgestrick wird nach dessen Erzeugung mehrfach teilweise umgestülpt, das heißt in dessen Schlauchachse oder axialer Achse aufgewickelt. Alternativ wird das Rundgestrick zu einer zweidimensionalen Struktur verpresst. In einer anderen Ausführungsform verbleit das Rundgestrick in der rohrförmigen Struktur. In einer Ausführungsform wird das Rundgestrick aus mehreren Kohlestofffasern erzeugt. Bevorzugt wird das Rundgestrick aus einer einzigen Kohlestofffaser mittels Rundstricken erzeugt. In einer Ausführungsform werden mehrere Materialien, beispielsweise mehrere Kohlestoff-Filamente, zu einer Faser, beispielsweise als Filamentebündel integriert. Bei der Wahl einer Faserstärke ist zu beachten, dass der Durchmesser einer Faser mit seiner Lebensdauer verknüpft ist. Um eine Bruchgefahr zu vermeiden, sollte der Durchmesser der Faser nicht zu dünn gewählt sein. Die Faser weist dabei einen Durchmesser von etwa 0,01 mm bis 5 mm, bevorzugt von etwa 0,05 mm bis etwa 1 mm und besonders bevorzugt von etwa 0,1 mm bis etwa 0,3 mm auf. Andere Durchmesser sind ausführbar.

 Neben der Wahl des Fasermaterials werden die Eigenschaften der Maschenware auch durch die Größe und Dichte der Maschen beeinflusst, wobei die Dichte der Maschen in einem formgebenden Verfahrensschritt erhöht werden kann. Dies hat Auswirkungen auf die Eigenschaften der Maschenware, insbesondere auf die Elastizität und damit auch Federung und die Stoßabsorbtion. Die Maschenware weist dabei eine Maschenweite von 0,01 mm bis 100 mm, bevorzugt von 0,5 mm bis 50 mm und besonders bevorzugt von 3 mm bis 20 mm auf. Insbesondere hat sich herausgestellt, dass eine gestrickte und insbesondere eine rund gestrickte Maschenware bevorzugt ist. Auf diese Weise lässt sich ein als Schlauch ausgebildetes Gestrick realisieren. In einer Ausführnungsform wird das Rundstricken in einem ersten Temperaturbereich durchgeführt, der sich von einem Einsatztemperaturbereich oder zweitem Temperaturbereich, in dem das Rundgestrick eingesetzt wird, unterscheidet. Bevorzugt unterscheidet sich der erste Temperaturbereich von dem zweiten Temperaturbereich um mindestens 2°C, bevorzugt um mindestens 10°C, weiter bevorzugt um mindestens 20°C und am meisten bevorzugt um mindestens 25°C. Bevorzugt liegt der zweite Temperaturbereich im Bereich der Körpertemperatur, also im Bereich um die 37°C plus minus einem Toleranbereich von etwa 5°C. Das Rundgestrick kann als einlagiges Rundgestrick, das heißt mit einem einfachen Mantel ausgebildet sein. In einer anderen Ausführungsform ist das Rundgestrick mehrlagig, beispielsweise doppellagig, das heißt mit einer doppelten Mantelfläche ausgebildet.

Insbesondere hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, dass bei der Herstellung das Maschenmaterial rund gestrickt wird und die Maschenware als gestrickter Schlauch vorliegt. In den Schlauch können Ausnehmungen eingebracht werden. Die Dichte der Maschen kann erhöht werden und zwar wenn die Maschenware als gepresste Maschenware vorliegt. Dies geschieht in einem vorformgebenden Verfahrensschritt. Dies hat dabei Auswirkungen auf die Eigenschaft und verbessert insbesondere die Elastizität und damit die Feder- und Dämpfungseigenschaften. Durch die Maschenware bilden sich in einer Ausführungsform Hohlräume aus, welche beispielsweise als Federwege nutzbar sind oder in die andere Stoffe einbringbar sind. Die Größe der Hohlräume bestimmt zum Beispiel die Eigenschaften hinsichtlich Steifigkeit, Elastizität beziehungsweise Biegeelastizität, Kompressibilität, Federung und Dämpfung. Dabei werden die Elastizität und die Dämpfung und alle anderen Parameter (zum Beispiel Abmessung) entsprechend dem Einsatz oder Anwendungszweck gewählt.

In noch einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass als Faser eine einzige Kohlestofffaser mit einer vorbestimmten Zahl an Filamenten verwendet wird, bevorzugt eine Kohlestofffaser mit einem im Wesentlichen runden Querschnitt mit einem Durchmesser, der in einem Bereich von 0,01 mm bis kleiner gleich 5 mm bevorzugt von größer gleich 0,05 mm bis kleiner gleich 4 mm, weiter bevorzugt von größer gleich 0,075 mm bis kleiner gleich 3,5 mm und am meisten bevorzugt von größer gleich 0,1 mm bis kleiner gleich 3 mm liegt. Der Durchmesser kann eine beliebige Form aufweisen, besonders vorteilhaft hat sich eine runde Querschnittsform erwiesen.

 In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass durch das Vorbestimmen der Maschengröße und/oder des Faserdurchmessers eine Federkennlinie bestimmt wird. Die Federkennlinie wird entsprechend einem Einsatzzweck gewählt und kann linear oder nichtlinear ausgeprägt sein.

 Das Rundgestrick bzw. der Schlauch erstreckt sich dabei bevorzugt in eine Längsrichtung. In Querrichtungen sind entsprechend Maschenreihen ausgebildet, die miteinander verknüpft sind. Beispielsweise sind in einer Ausführung mehrere Schläuche oder Rundgestricke miteinander verbunden.

 Die für verwendete Kohlenstofffaser umfasst zu einem Bündel zusammengefasste Einzelfasern oder Filamente. Bevorzugt ist die Kohlenstofffaser als Bündel aus 3000 Filamenten, weiter bevorzugt aus 6000 Filamenten oder noch weiter bevorzugt aus 12.000 Filamenten hergestellt. Eine andere Anzahl an Filamenten ist ebenfalls denkbar.

 Wenn in der Beschreibung Beton als Hauptbestandteil beschrieben wird, so ist die Beschreibung auch analog auf Basaltbaustoffe oder andere geeignete Verbundwerkstoffe übertragbar.

 Weitere die Erfindung verbessernde Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben oder ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von mindestens einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, welches in den Figuren schematisch dargestellt ist. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder der Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktive Einzelheiten, räumliche Anordnung und Verfahrensschritte können sowohl für sich als auch in verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.

 In den Figuren ist Folgendes dargestellt:

 Fig. 1   zeigt schematisch eine Ausführungsform eines als Fertig-Verbundwerkstoff ausgeführten Verbundwerkstoffs und

 Fig. 2   zeigt schematisch eine andere Ausführungsform eines als Fertig-Verbundwerkstoff ausgeführten Verbundwerkstoffs.

 Fig. 1 zeigt schematisch eine Ausführungsform eines als Fertig-Verbundwerkstoff 101 ausgeführten Verbundwerkstoffs 100. Der Verbundwerkstoff 100 ist in Sandwich-Bauweise ausgeführt und umfasst in Fig. 1 fünf Schichten 110. Eine Schicht 110 ist als bewehrter Schicht 110a ausgeführt. Hauptbestandteil der Schicht 110a ist Beton. Die Bewehrung wird durch ein technisches Gestrick 130 gebildet, welches aus einer Carbon- oder Kohlefaser rundgestrickt, zu einer zweidimensionalen Struktur verpresst, in dieser zweidimensionalen Struktur fixiert und dann in eine dreidimensionale Struktur – hier in Wellenform - geformt ist. Als Fixiermittel ist hier ein Epoxidharz vorgesehen. Die Schicht ist als rechteckige Schicht ausgeführt, in welcher sich die Bewehrung über die gesamte Ebene erstreckt. Angrenzend an die Schicht 110a ist eine aus einem Gelege 150 gebildete Gelegeschicht 110b vorgesehen. Diese entspricht in den Außenmaßen der Schicht 110a und deckt diese somit bündig ab. Die Gelegeschicht weist eine zweidimensionale Struktur auf. Hier ist die Gelegeschicht 110b als Kohlefasergelegeschicht ausgebildet. Die Gelegeschicht 110b ist gegenüber der Schicht 110a mit einer geringeren Dicke ausgebildet. An die Gelegeschicht 110b grenzt eine weitere Schicht 110 an, die gleich zu der Schicht 110a als bewehrte Schicht ausgebildet ist und somit mit dem gleichen Bezugszeichen versehen ist. Daran angrenzend ist wieder eine Gelegeschicht 110b vorgesehen. Abgeschlossen wird die Stapelbauweise durch eine weitere bewehrte Schicht 110a. Der sandwich-artig aufgebaute Fertig-Verbundwerkstoff 101 weist somit fünf Schichten 110 auf, drei davon als bewehrte Schicht 110a und zwei davon als Gelegeschicht 110b ausgebildet.

 Fig. 2 zeigt schematisch eine andere Ausführungsform eines als Fertig-Verbundwerkstoff 101 ausgeführten Verbundwerkstoffs 100. Im Unterschied zu der Ausführungsform nach Fig. 1 sind die beiden äußeren Schichten 110 der fünf Schichten 110 unterschiedlich zu der mittleren bewehrten Schicht 110a ausgebildet. Die äußeren Schichten 110c können als beliebige Schicht 110, beispielsweise als Betonschicht oder Basaltschicht oder dergleichen ausgebildet sein. Der verbleibende Aufbau entspricht dem Aufbau nach Fig. 1.

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